Pressemitteilungen

Evangelisches Hilfswerk und Landeshauptstadt München eröffnen am 1. November den erweiterten Kälteschtuz - dennoch gibt es Grenzen bei der Hilfe für Armutszuwanderer.

Auch diesen Winter muss niemand auf den Straßen oder unter den Brücken in München frieren - soweit der Plan der Stadt. Mitte Oktober beschloss deshalb der Stadtrat, das seit 2012 bestehende Kälteschutzprogramm weiter auszudehnen. Anstelle von 800 Schlafplätzen gibt es im bevorstehenden Winter rund 1.000 Schlafgelegenheiten. Dieser Schritt war notwendig, da die Zahl der Nutzer schon in der vergangenen Kälteperiode auf mehr als 3.200 Menschen angestiegen war.
 
1,8 Millionen Euro stellt die Stadt für die zusätzlichen Schlafplätze in der Bayern-Kaserne zur Verfügung. Betreuung, Einweisung und Beratung der Obdachlosen sowie die Betriebsführung der Kälteschutzräume übernimmt auch in diesem Jahr wieder das Evangelische Hilfswerk (EHW). Dafür schafft das Tochterunternehmen der Inneren Mission zwei neue Stellen, wie Anton Auer, Bereichsleiter beim EHW. bestätigt. Um die Obdachlosen optimal zu betreuen und zu versorgen, werde mehr Personal gebraucht. "Für Alleinstehende sind die Notunterkünfte nachts geöffnet; Familien, Schwangere und Alleinerziehende mit Kindern können das Angebot ganztägig nutzen", erklärt Auer. Reichen die Kapazitäten der Bayern-Kaserne nicht aus, gibt es 120 Reserveplätze im Elisenbunker.
 
Anders als das Sozialleistungssystem steht das städtische Kälteschutzprogramm allen Bedürftigen offen. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte der Stadtrat die Null-Grad-Grenze abgeschafft, der zufolge die Räume nur bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt geöffnet wurden. "Vor allem Zuwanderer aus Osteuropa, viele aus Bulgarien und Rumänien, haben im vergangenen Jahr das Angebot angenommen und in der Zeit von November bis März in der Bayern-Kaserne übernachtet", sagt Auer. Insgesamt 127 Familien haben die Mitarbeitenden des Evangelischen Hilfswerks in Pensionen untergebracht.
 
Josephin Schmid

Resümee zum Kälteschutz

Evangelisches Hilfswerk und Stadt München laden zu Pressekonferenz  ein.

151 Nächte hatte der Münchner Kälteschutz in diesem Winter geöffnet. Insgesamt 3.220 alleinstehende Menschen sowie 50 Familien mit Kindern haben das engmaschige Angebot der Stadt München und des Evangelischen Hilfswerks (EHW) angenommen, das vermeiden soll, dass Obdachlose im Winter im Freien schlafen müssen. 

Zum Ende der Kälteschutzperiode im Winter 2014/15 am 31. März ziehen das Evangelische Hilfswerk München und die Landeshauptstadt München ein gemeinsames Resümee und laden Sie herzlich ein zur 

Pressekonferenz

am Freitag, 27. März 2015, um 10.30 Uhr
in "Schiller 25 - Migrationsberatung Wohnungsloser"
in der Schillerstraße 25 / Ecke Landwehrstraße

Als Gesprächspartner sind bei der Pressekonferenz anwesend:

Brigitte Meier, Sozialreferentin der Landeshauptstadt München

-       Rudolf Stummvoll, Leiter des Amtes für Wohnen und Migration

-       Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks München

-       Andrea Betz, Bereichsleiterin des Evangelischen Hilfswerks München

Neben der Beratungsstelle "Schiller 25" und dem Tagesaufenthalt für Familien "FamAra" war in diesem Winter das Hilfswerk auch für die Betreuung der Notschlafstelle im Haus 12 in der Bayern-Kaserne mit circa 500 Bettplätzen verantwortlich. Dort und in mehreren angemieteten Pensionen kamen während der Wintermonate Menschen unter, die sonst auf der Straße übernachten müssten. Gestiegen ist in diesem Winter insbesondere die Zahl der Familien sowie der Binnenmigranten, die im Kälteschutz ein Obdach fanden. 

Die sichere Unterbringung von Frauen mit Kindern auch nach dem Ende des Kälteschutzes am 31. März ist dem Hilfswerk ein großes Anliegen. Hier haben unter anderem auch die evangelische und die katholische Kirche ihre Unterstützung zugesagt.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an Andrea Betz, Bereichsleiterin beim EHW, wenden, unter der Handynummer 0172/170 26 58 oder der E-Mail: abetz@hilfswerk-muenchen.de.

Isabel Hartmann

Maler Nicola Rossiello-Bianco versteigert zehn Bilder. Der Erlös geht an das Frauenobdach KARLA 51.

Die Kunst liegt ihm im Blut - Nicola Rossiello-Bianco ist Maler, Architekt und Dichter. Und eine soziale Ader hat er auch: Schon seit mehreren Jahren unterstützt er die Frauen im Frauenobdach Karla 51 des Evangelischen Hilfswerks. "Die Not von Frauen und Kindern zu sehen, ist für ihn das Schlimmste", sagt Isabel Schmidhuber, Leiterin von Karla 51. 

 

Aus diesem Anlass lädt Karla 51 gemeinsam mit dem Künstler zur Versteigerung von zehn seiner Bilder ein, am:

 

Freitag, 6. März 2015, 18 - 20 Uhr

Frauenobdach Karla 51

Karlstraße 51, 80333 München

 

Adrian Prechtel, Kulturredakteur der Abendzeitung, wird die Versteigerung moderieren. Musikalisch begleiten der italienische Tenor Anton Klotzner und der Pianist Christoph Pauli durch den Abend. Der gesamte Erlös der Werke, die preislich zwischen 80 Euro und 300 Euro liegen, geht an die Einrichtung. "Mit dem Geld kaufen wir MVV-Streifenkarten, unterstützen bei Zuzahlungen von Medikamenten, geben Zuschüsse für Brillen und Gehhilfen oder kaufen Babysachen", erklärt Schmidhuber.

 

Nicola Rossiello-Bianco wurde 1937 in Apulien geboren und wanderte 1961 nach Deutschland aus. Der Architekt hat unter anderem an der Akademie in Karlsruhe und an der Kunstakademie in München studiert. Seine Werke wurden bereits in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Dänemark ausgestellt. Rossiello-Bianco versteigerte schon früher Bilder für soziale Zwecke wie die Obdachlosenhilfe von Sankt Bonifaz oder die Bayerische Stiftung Hospiz.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Isabel Schmidhuber, die Leiterin von Karla 51, unter der Telefonnummer 089/54 91 51 0.

Das Evangelische Hilfswerk München lädt zur Auftaktveranstaltung in die Sofortunterbringung für wohnungslose Familien in der Thalkirchner Straße ein.

"Dass fast alle Appartements belegt sind, zeigt, wie wichtig unsere Einrichtung für München ist", sagt Marc Bocklet, Leiter der Einrichtung. Die Notunterbringung für obdachlose Familien ist seit Anfang November vorigen Jahres geöffnet. In 94 Appartements in unmittelbarer Nähe des Sendlinger Tors leben inzwischen 90 Kinder mit ihren Eltern. Das Evangelische Hilfswerk lädt ein, das Haus, seine Bewohner und das Team kennenzulernen.
 
Dienstag, 3. März 2015 von 11.00 bis 12.30 Uhr 
Charlotte-von Kirschbaum-Haus, 
Thalkirchner Straße 9, 80337 München
 
Grußworte sprechen Bürgermeisterin Christine Strobl und Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks. Gottfried von Segnitz, Pfarrer an St. Matthäus, und Hans-Georg Platschek, Pfarrer an St. Peter, segnen das Haus und die Bewohner. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum Austausch und für Gespräche mit den Bewohnern. Um 12.00 Uhr lädt Einrichtungsleiter Marc Bocklet zu einem Rundgang durchs Haus.
 
Das Charlotte-von-Kirschbaum-Haus, kurz LOLLO, ist ein Pilotprojekt der Wohnungslosenhilfe für obdachlose Familien und wird finanziert durch die Landeshauptstadt München. Ein Teil der Bewohner sind derzeit Familien aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht. Auch arbeitende Familien aus dem EU-Raum, Familien in finanzieller Not oder Alleinerziehende, die aufgrund einer Trennung oder anderen Gründen wohnungslos geworden sind, finden im Charlotte-von-Kirschbaum-Haus ein vorübergehendes Zuhause. Ziel ist, die Familien durch intensive sozialpädagogische Beratung und Betreuung möglichst schnell in eine eigene Wohnung zu vermitteln. 
 
Rückfragen und weitere Informationen erhalten Sie bei Marc Bocklet, dem Einrichtungsleiter des Charlotte-von-Kirschbaum-Hauses, unter 089/ 452 445-901 oder MBocklet@hilfswerk-muenchen.de .
 
Josephin Schmi

Neue Schulsachen für die Kinder in der Unterbringung für Wohnungslose im Charlotte-von-Kirschbaum-Haus. Schüler der Tumblingerschule spenden 1.000 Euro.

 

Einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro überreichten jetzt voller Stolz 14 Kinder der Tumblingerschule an Marc Bocklet, den Einrichtungsleiter des Charlotte-von-Kirschbaum-Hauses. "Ich bedanke mich sehr für diese tolle Unterstützung", sagte Bocklet bei der Spendenübergabe. Für viele Kinder seien neue Schulsachen etwas ganz normales, aber nicht alle Familien könnten sich das leisten. "Von Eurem gesammelten Geld können wir den Kindern in unserem Haus Schulranzen, Hefte, Mäppchen und Stifte kaufen - sie werden sich sehr freuen", erklärte er.
 
Anderen Kindern eine Freude machen: Genau das hatte die Eins- bis Viertklässler aus der Isarvorstadt angespornt. "Die Schüler waren hoch motiviert, Geld für benachteiligte Kinder zu sammeln", erklärte Karin Lehnert, Rektorin der Tumblingerschule. Um möglichst viel Geld zu sammeln, hatten die Kinder in der Adventszeit Plätzchen gebacken, Pausenbrote geschmiert und sie dann in den Pausen für 50 Cent an die anderen Schüler verkauft. Mit Unterstützung des Lehrerkollegiums und des Fördervereins "wach fair stark" kam die runde Summe zustande.
 
Das Charlotte-von-Kirschbaum-Haus, kurz LOLLO, ist ein Pilotprojekt der Wohnungslosenhilfe für obdachlose Familien. In 94 Appartements leben inzwischen 90 Kinder mit ihren Eltern. "Einige der Kinder sind auch bei uns eingeschult", erklärte Lehnert. "Wir können nicht der ganzen Welt helfen, aber wir können da anfangen, wo es dringend gebraucht wird - in unserer unmittelbaren Nähe, in unserem Schulsprengel." Dieser direkte Bezug sei auch für die Schüler schön, denn sie wissen genau, wo ihre Spende angekommen ist.
 
Josephin Schmid

Gedenkgottesdienst zum zehnten Todestag des Münchner Modeschöpfers.

Der Todestag von Rudolph Moshammer jährt sich am 14. Januar zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass lädt der Verein "Licht für Obdachlose", den der Münchner Modeschöpfer schon zu Lebzeiten gegründet hatte, zu einer Kranzniederlegung und einem Gedenkgottesdienst mit anschließendem Weißwurstessen ein. 
 
Die Gedenkfeier findet statt 
am Mittwoch, 14. Januar, um 10.30 Uhr,
in der Benediktiner-Abtei St. Bonifaz, Karlstraße 34.
 
 
Die Kranzniederlegung und die Gedenkfeier sind öffentlich, dazu ist die Münchner Bevölkerung eingeladen, das anschließende Weißwurstessen ist für die Obdachlosen und die Helfer der beteiligten Organisationen bestimmt.
 
Anlässlich des Todestages spendet der Verein "Licht für Obdachlose" insgesamt 23.000 Euro an die Straßenzeitung BISS, das Haneberghaus der Benediktinerabtei St. Bonifaz sowie an den Obdachlosentreffpunkt  Teestube "komm" des Evangelischen Hilfswerks München. Im Anschluss an den Gottesdienst (ca. 11.25 Uhr) überreichen Vertreter des Vereins die Spendenschecks. Weitere Informationen zum Ablauf finden Sie im Programm im Anhang.
 
"Rudolph Moshammer hat bis zu seinem Tod durch erstaunlichen persönlichen Einsatz für Obdachlosenorganisationen wichtigste und nachhaltigste Hilfsbeiträge geleistet, die bis zum heutigen Tag bei vielen Obdachlosen und den Verantwortlichen von Obdachloseneinrichtungen unvergessen sind", sagt Florian Besold, Vorsitzender des Vereins "Licht für Obdachlose". 
 
Schon zu Lebzeiten hat Moshammer auch die Teestube "komm" und ihre Besucher unterstützt. Er ist regelmäßig zu den Sommer- und Weihnachtsfeiern der Teestube gekommen und hat dort stundenlang mit Mitarbeitern und Besuchern zusammengesessen. 
 
Seit 2001 haben der Modezar und sein Verein "Licht für Obdachlose" rund 50.000 Euro für die Teestube "komm" gespendet: Den Tresen - über dem ein Bild von Moshammer und seinem Hund Daisy hängt - hat der Modemacher finanziert. Dort steht auch die Kaffeemaschine, die er der Teestube gespendet hat. Zudem hat der Verein die Einrichtung unter anderem mit Geld für eine neue Küche in einer ihrer Betreuten Wohngemeinschaften unterstützt. Seit ein paar Jahren sind die Streetworker der Teestube "komm" mit 12 Trekking-Rädern und einem Transporter - ebenfalls Spenden des Vereins - zu ihren Klienten unterwegs.
 
Die Spende über 3.000 Euro anlässlich des zehnten Todestages fließt in die Sanierung der Räume der Teestube "komm". "Auch nach zehn Jahren ist der Mensch Rudolph Moshammer und sein Tun für Obdachlose in München unvergessen", sagt Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks München. Dass dies so bleibt, dafür setzt sich der von ihm gegründete Verein ‚Licht für Obdachlose‘ mit großer Hingabe ein." 
 
Isabel Hartmann

Download: Programmablauf-Gedenkfeier-Rudolph-Moshammer.pdf

Münchner Stadtrat bewilligt neue Einrichtung im Stadtzentrum.

Gute Neuigkeiten für Familien in akuter Wohnungsnot: Mit dem heutigen Beschluss hat der Münchner Stadtrat den Weg freigemacht für eine neue Möglichkeit der Sofortunterbringung für wohnungslose Familien. Voraussichtlich ab Ende Oktober betreut das Evangelische Hilfswerk München (EHW), eine Tochtergesellschaft der Inneren Mission, in 95 möblierten Appartements in der Thalkirchner Straße wohnungslose Familien mit Kindern. Der Beschluss im Feriensenat erfolgte einstimmig.

Der Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, Gordon Bürk, zeigt sich zufrieden über den Beschluss: "Der Bedarf an Plätzen in der Sofortunterbringung für Haushalte mit Kindern ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen." Immer häufiger komme es vor, dass Familien aufgrund von unvorhersehbaren Ereignissen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder allgemeiner Ãœberforderung ihren Wohnraum verlieren. Um diese Familien vor der Obdachlosigkeit zu bewahren, hatte sie die Stadt bislang unter anderem in Pensionen untergebracht. Dies ist neben den Folgen für die Betroffenen aber mit hohen Kosten verbunden.
 
Das sechsstöckige Gebäude in der Isarvorstadt wird nun diese Pensionsunterbringung teilweise ersetzen - und Eltern mit ihren Kindern eine vorübergehende Heimat bieten. Erstmals gibt es auch ein Betreuungskonzept, das die Familien wieder gezielt in ein eigenständiges Wohnen überleitet. Denn anders als in den Pensionen betreut künftig ein Fachteam des Evangelischen Hilfswerks die Familien vor Ort - und das nahezu rund um die Uhr. "Unser Ziel ist es, ihnen neben der Unterkunft auch weitere konkrete Hilfen anzubieten", erläutert Bürk das Vorhaben. Es gehe zudem darum, die Ursachen der Wohnungslosigkeit zu klären und diese Probleme dann möglichst schnell abzubauen.
 
Für diese Arbeit hat der Stadtrat rund fünf sozialpädagogische Fachkräfte sowie dreieinhalb Stellen im erzieherischen Bereich genehmigt. Die Landeshauptstadt trägt zudem sämtliche Betriebs- und Betreuungskosten. Zuweisende Stelle ist das Amt für Wohnen und Migration. Der Jahresetat für das neue Projekt beträgt circa 2,6 Millionen Euro. Das Gebäude in der Thalkirchner Straße 9 wird vorerst für die Dauer von zehn Jahren angemietet. Eine dreiköpfige Familie beispielsweise bekommt ein Appartement mit rund 25 Quadratmetern Wohnfläche zugewiesen.
 
Sehr zufrieden ist der EHW-Geschäftsführer auch mit der zentralen Lage des Hauses: "Das unterstützt den Hilfeprozess ungemein." Bislang seien die Angebote der Wohnungslosenhilfe oft gezwungen, sich in der Peripherie anzusiedeln. "Viele wichtige Ämter und Behörden befinden sich aber nun einmal in der Stadtmitte; die können Familien jetzt leichter erreichen." Dem Evangelischen Hilfswerk München ist auch ein guter Kontakt zu den Nachbarn wichtig: Im Oktober wird es zusammen mit dem Sozialreferat, dem Bezirksausschuss und REGSAM die direkten Anwohner zu einem Runden Tisch einladen, um über die neue Einrichtung zu informieren. 
 
Das EHW ist schon seit vielen Jahren in der Betreuung obdachloser Menschen tätig und kann auf zahlreiche Referenzen in diesem Bereich verweisen. So gehören das Frauenobdach Karla 51, die "Lebensplätze" im Münchner Norden sowie weitere Wohnangebote für ehemals obdachlose Männer und Frauen zum Aufgabenspektrum der kirchlichen Organisation.
 
Josephin Schmid

Spendenübergabe der Findelkind-Sozialstiftung an das Frauenobdach Karla 51 am 11. März.

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
3.000 Euro spendet die Findelkind-Sozialstiftung dem Frauenobdach KARLA 51, um die Arbeit der bundesweit einzigartigen Einrichtung zu unterstützen. Am Dienstag, 11. März, um 12 Uhr überreicht Max Straßer, Geschäftsführer der Stiftung, den Scheck in der Karlstraße 51 an Einrichtungsleiterin Isabel Schmidhuber. 
 
Der Vorsitzende der CSU Laim-Ost wird sich außerdem gemeinsam mit OB-Kandidat Josef Schmid (CSU), Jürgen  Steffan vom Evangelischen Arbeitskreis der CSU und Margot Günther vom Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg ein Bild von der Arbeit des zum Evangelischen Hilfswerk gehörenden Frauenobdachs machen.
 
Auch Sie als Vertreter der Medien sind um 12 Uhr herzlich dazu eingeladen, sich über die Situation wohnungsloser Frauen in München zu informieren. Wir freuen uns auf Sie!
 
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Isabel Schmidhuber, die Leiterin von KARLA 51. Sie erreichen sie unter der Telefonnummer 089 / 54 91 51 0

Sozialreferat und Evangelisches Hilfswerk nehmen zu Vorwürfen Stellung.

Anlässlich der für heute Abend geplanten Kundgebung vor dem Beratungszentrum Schiller 25 und den im Vorfeld erhobenen Forderungen der Initiative Zivilcourage nehmen das Sozialreferat und das Evangelische Hilfswerk wie folgt Stellung:

Die Landeshauptstadt München bietet mit dem vom Evangelischen Hilfswerk betriebenen Beratungszentrum Schiller 25 und dem Kälteschutzprogramm ein europaweit einmaliges Beratungsangebot. Dieses freiwillige und voraussetzungslose humanitäre Hilfsangebot bietet Schutz vor Kälte im Winter für Menschen, die keinen Anspruch auf Unterbringung in der Münchner Wohnungslosenhilfe haben, weil sie beispielsweise im Heimatland über Wohnraum verfügen. Dabei kommt es nicht darauf an, aus welchem EU-Land die Menschen kommen oder welcher ethnischen Minderheit sie angehören. Ebenso wird auch keinerlei Nachweis verlangt, ob sie als Arbeitssuchende oder als Durchreisende unterwegs sind.

Ziele des Beratungsangebotes sind unter anderem, abzuklären, welche Chancen auf dem hiesigen Arbeits- und Wohnungsmarkt bestehen, ob es mögliche Sozialleistungsansprüche gibt sowie über Hilfsangebote in der Stadt zu informieren. Bestehen keine Perspektiven, weil die Betroffenen unter anderem keine ausreichenden deutschen Sprachkenntnisse haben, über keine Berufsausbildung verfügen und auch keine Sozialleistungsansprüche haben, erfolgt eine Unterstützung bei der Planung der Heimreise. Wenn die Personen mittellos sind, erhalten sie eine kostenlose Fahrkarte, um die Reise in die Heimat antreten zu können.

Bei Frosttemperaturen bietet die Stadt über 500 kostenlose Schlafplätze in den städtischen Kälteschutzräumen an. Die Einweisung in die Kälteschutzräume erfolgt durch die Beratungsstelle Schiller 25 des Evangelischen Hilfswerks. Für diejenigen, die über keinen Schlafsack oder keine Decke verfügen, stellt das Evangelische Hilfswerk mit Unterstützung der Stadt sicher, dass jeder eine Decke bekommt. Für Kinder und deren Mütter wird unabhängig von der Temperatur eine Unterkunft in einem Jugendgästehaus sowie eine Tagesbetreuung in einer Familieneinrichtung angeboten.

Das Sozialreferat hat die Regelsysteme der Wohnungslosenhilfe und das humanitäre Kälteschutzprogramm strikt getrennt und damit erreicht, dass es zu keinen Verdrängungseffekten wie in vielen anderen Städten gekommen ist. Damit wurde verhindert, dass anspruchsberechtigte wohnungslos gewordene Münchnerinnen und Münchner, z.B. nach einer Wohnungsräumung abgewiesen werden mussten. Die Forderung nach einer durchgehenden Öffnung der Kälteschutzräume würde dazu führen, dass die Stadt mittelbar Ausbeutung und illegale Beschäftigungsverhältnisse, deren Ertrag offenkundig nicht einmal zur Finanzierung eines Wohnplatzes ausreicht, subventionieren würde. Diese Forderung konterkariert auch die Zielsetzung der Münchner Wohnungslosenhilfe, deren Ziel "Wohnen statt Unterbringung" ist. Die Verfestigung perspektivloser Lebensverhältnisse, Ausbeutung und Schwarzarbeit kann und will das Sozialreferat nicht fördern. Der Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, Gordon Bürk: "Wir stehen zu unserem Beratungsangebot, das europaweit ein Vorzeigemodell ist. Aber Aktionen dieser Art konterkarieren unsere bislang erfolgreichen Hilfebemühungen und helfen den betroffenen Menschen nicht weiter."

Da Hinweise vorliegen, dass im Zusammenhang mit der Kundgebung auch rechtswidrige Ãœbergriffe auf die Beratungsstelle Schiller 25 geplant sind, bleibt die Beratungsstelle von heute bis voraussichtlich Donnerstag aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Einweisung in die Kälteschutzräume erfolgt in diesem Zeitraum direkt in der Bayernkaserne.

Klaus Honigschnabel

Stadt München versorgt Schiller 25 mit Decken für Armutszuwanderer.

Die Kälteschutz-Stelle Schiller 25 des Evangelischen Hilfswerks München (EHW) kann ab sofort Decken an wohnungslose Migrantinnen und Migranten ausgeben. Mehrere hundert Stück hat die Stadt München der Einrichtung zu diesem Zweck am Donnerstag dieser Woche zur Verfügung gestellt. Damit ändert sie ihre bisherige Maßgabe, der zufolge den Hilfesuchenden bei Temperaturen unter null Grad Celsius zwar eine Ãœbernachtungsmöglichkeit vermittelt wurde, sie jedoch keine Decken ausgehändigt bekamen.

Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, begrüßt dies: "Ich halte diese Entscheidung für sehr stimmig, denn Kälteschutz bedeutet für mich selbstverständlich, dass Menschen auch eine Decke bekommen, wenn sie frieren." Aus diesem Grund hatte das Evangelische Hilfswerk die Menschen bisher mit gespendeten Schlafsäcken versorgt. Ab sofort ist von Seiten der Landeshauptstadt München für jede Person eine Decke vorgesehen.

Um zu gewährleisten, dass die Verteilung gerecht erfolgt, dokumentiert das Beratungsteam von Schiller 25, wer bereits eine erhalten hat. Zudem beraten die MitarbeiterInnen ihre Klienten, wie sie selbstverantwortlich mit den Decken umgehen können.

Schiller 25 berät wohnungslose Migrantinnen und Migranten aus Süd- und Südosteuropa, die in München Arbeit suchen. Hier erfolgt auch die zentrale Einweisung in das Kälteschutz-Programm der Landeshauptstadt. Zudem bietet das Evangelische Hilfswerk ein Tagesangebot für Mütter mit minderjährigen Kindern und für Schwangere an.

Die Einrichtung wurde Anfang November eröffnet; derzeit umfasst das Team fünf Fachkräfte und 20 Hilfskräfte, die in zwölf Sprachen beraten können. Seit Eröffnung der Einrichtung im südlichen Bahnhofsviertel wurden bereits 1.080 Klientinnen und Klienten beraten und eingewiesen.

Wiebke Harle

Ansprechpartner:
Gordon Bürk (Telefon: 089/126991-341)
Andrea Betz (Telefon: 0172-1702658)

Demnächst startet mit "Schiller 25 - Migrationsberatung Wohnungsloser" die neue Einweisungszentrale in das Münchner Kälteschutzprogramm.

Treffpunkt: Dienstag, 15. Oktober, 11 Uhr, Haus 9 auf dem Gelände der Bayern-Kaserne

Das Beratungszentrum "Schiller 25" an der Ecke Schillerstraße/Landwehrstraße wird vom 1. November dieses Jahres an ganzjährig Anlaufstelle im Rahmen des erweiterten Münchner Kälteschutzprogramms. Beraten werden hier obdachlose Zuwanderinnen und Zuwanderer aus EU-Ländern und sonstigen Drittstaaten sowie Personen, die das vorhandene System der Wohnungslosenhilfe nicht nutzen wollen bzw. können. Die Sozialarbeiterinnen werden mobil und vor Ort in allen Unterkünften (u. a. Bayern-Kaserne und Haus International) mit ihrem Beratungsangebot tätig sein. Das Evangelische Hilfswerk ist somit auch im zweiten Jahr im Kälteschutz Kooperationspartner der Stadt.

"Die aufsuchende Sozialarbeit ist für uns in diesem Projekt ein sehr wichtiger Aspekt. Wir wollen da sein, wo die Menschen uns brauchen", betont Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks. Das Informationszentrum befindet sich direkt am sogenannten "Arbeiterstrich" im Südlichen Bahnhofsviertel und ist mit dem Hilfeangebot somit nah an der Zielgruppe. In der kommenden Wintersaison übernimmt das Evangelische Hilfswerk dort neben der Beratung auch die zentralen Einweisungen in die zur Verfügung stehenden Ãœbernachtungsplätze.

Das Team im "Schiller 25" besteht aus einer Leitungskraft, vier Sozialpädagoginnen und in der Wintersaison aus weiteren 20 Hilfskräften. Die Mitarbeiterinnen verfügen über umfangreiche Sprachkenntnisse; sie sprechen unter anderem rumänisch, bulgarisch, spanisch und französisch. "Bei der Auswahl des Personals haben wir ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass entsprechende Sprachkenntnisse vorliegen. Denn nur über eine gute Kommunikation können wir gewährleisten, dass die Menschen die Hilfe erhalten, die sie benötigen" so Gordon Bürk.

In der vergangenen Wintersaison 2012/2013 wurden 1.764 Personen in den Kälteschutz eingewiesen. Insgesamt gab es rund 22.000 Ãœbernachtungen, vorwiegend von Menschen aus Rumänien und Bulgarien.

Andrea Betz

Bayerisches Justizministerium und Evangelisches Hilfswerk eröffnen in München erste Psychotherapeutische Fachambulanz für Gewaltstraftäter im Freistaat.

In der bayerischen Landeshauptstadt hat jetzt die erste Psychotherapeutische Fachambulanz für Gewaltstraftäter eröffnet. Das neue Angebot wird zu hundert Prozent aus Mitteln des Justizministeriums finanziert; als Träger für das vorerst auf drei Jahre angelegte Projekt fungiert das Evangelische Hilfswerk München, eine Tochtergesellschaft der Inneren Mission. Ziel ist es, "eine sehr engmaschige Zusammenarbeit von Gericht, Bewährungshilfe und Fachambulanz" zu etablieren. Dies sei ein "zentraler Beitrag zur Sicherheit der Allgemeinheit sowie präventiver Opferschutz".

Nach den Plänen des Ministeriums soll bereits im kommenden Jahr eine weitere Einrichtung dieser Art in Nürnberg entstehen; zudem will Ministerin Beate Merk baldmöglichst auch die haushaltstechnischen Voraussetzungen für eine dritte Ambulanz in Würzburg schaffen. Organisatorisch werden die Einrichtungen an die bereits bestehenden Fachambulanzen für Sexualstraftäter angegliedert; zum Team gehören neben einer Verwaltungskraft jeweils ein Psychologe und ein Sozialpädagoge. Der Freistaat übernimmt die jährlichen Förderkosten für eine Ambulanz in Höhe von rund 250.000 Euro.

Bei der feierlichen Eröffnung der Fachambulanz wies die Ministerin auf die Fälle von Dominik Brunner und Johnny K. hin, die beide "mit einem unvorstellbaren Ausmaß an Gewalt geschlagen und zu Tode getreten wurden". Die Statistik zeige, dass besonders die Fälle brutalster Gewaltverbrechen zunähmen; zudem seien die Täter mitunter Widerholungstäter. Als Justizministerin setze sie sich seit dem ersten Tag ihrer Amtszeit "mit aller Kraft dafür ein, Rückfälle zu verhindern".

Neben die in Bayern seit anderthalb Jahren angewandten elektronischen Aufenthaltsüberwachung soll nun die therapeutische Versorgung gefährlicher Probanden treten, "damit die Täter keine Täter bleiben". Merk wörtlich: "Der zuverlässigste Opferschutz ist immer noch eine erfolgreiche Resozialisierung des Täters." Gleichzeitig gestand die Ministerin zu, dass sich trotz aller Therapie "Rückfälle nicht völlig ausschließen lassen".

Behandelt werden sollen nun in erster Linie Personen, die aus der Sicherungsverwahrung oder aus der Unterbringung nach dem Therapieunterbringungsgesetz entlassen wurden. Zu den künftigen Klienten zählen ebenso Entlassene aus dem Justizvollzug, bei denen die Sicherungsverwahrung angeordnet oder vorbehalten war sowie Straftäter, bei denen diese nachträglich aus rechtlichen Gründen nicht mehr angeordnet werden konnte. Priorität haben zudem Probanden aus sozialtherapeutischen Abteilungen der Justizvollzugsanstalten und andere besonders gefährliche Bewährungs- oder Führungsaufsichtsprobanden.

Markus Feil, Leiter der Münchner Fachambulanz, sagte, die politischen und finanziellen Investitionen würden sich "in den verschiedensten Bereichen unserer Gesellschaft auszahlen": "Der Betrieb solcher Ambulanzen lohnt sich und ist wirksam; sie mindern die Gefahr erneuter schwerer Straftaten zum Teil erheblich." Trotz größter Mühe und Fachlichkeit könne man Fehlschläge jedoch nicht verhindern: "Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht." Eine sorgfältige Diagnose erfordere viel Zeit, in der "einiges Unvorhersehbares und manchmal auch Unbeherrschbares" eintreten könne. Feil wörtlich: "Wir geben 100 Prozent, aber wir werden nicht hundertprozentige Sicherheit und Risikofreiheit schaffen können."

Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission und Mit-Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, mahnte einen vernünftigen Umgang mit Opfern und Tätern an. Aus christlicher Sicht dürfe man auch einen Straftäter "nicht einfach als Unmenschen behandeln". Die Gesellschaft müsse vielmehr lernen, mit Gewalt und Gewalttätern umzugehen. Die Wiedereingliederung von Straftätern müsse "bereits mit dem Urteil beginnen und auch den Vollzug mitbestimmen", so der evangelische Theologe. Ziel aller Bemühungen sei die Wiedereingliederung: "Lebenslange Sicherungsverwahrung kann nur die extreme Ausnahme sein."

Klaus Honigschnabel

Wohnungslose oder hoch verschuldete Menschen, Prostituierte, Straffällige - sie alle stehen im Fokus der Arbeit des Evangelischen Hilfswerks München (EHW).

2003 wurde die Abteilung Gefährdetenhilfe in eine eigene Rechtsperson EHW umgewandelt. "Eine Heimat für die Menschen mit Ecken und Kanten, die aus verschiedenen Gründen von ihrem geraden Lebensweg abgekommen sind" sei das EHW, lobte denn auch Münchens Zweite Bürgermeisterin Christine Strobl bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des diakonischen Unternehmens. Diese Menschen seien oft nicht so einfach als Kunden zu haben, "aber auch sie brauchen in München eine Heimat und das Evangelische Hilfswerk gibt sie ihnen", sagte Strobl.

Einen besonderen Dank richtete die Bürgermeisterin an die 200 hauptamtlichen und rund 300 ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Mit einer Milliarde Euro, die die Stadt in den Sozialbereich investiert, könne man zwar gute Rahmenbedingungen schaffen, "aber die müssen dann mit Leben gefüllt werden." Die Arbeit der Ehrenamtlichen könnte sich die Stadt in Euro umgerechnet gar nicht leisten. Strobl wörtlich: "Da würde der Sozialetat aus allen Nähten platzen." 

Die "breite Palette von Hilfeangeboten, die ineinander greifen", lobte die Stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Ursula Bittner. Aktuell fördere der Bezirk Oberbayern das EHW im Rahmen des gesetzlichen Auftrags mit fast vier Millionen Euro pro Jahr. "Finanzielle Investitionen im sozialen Bereich sind bestens angelegt", betonte Bittner. Eine aktuelle Fallstudie des Bezirks zeige an einem Beispiel aus München, dass jeder hier investierte Euro innerhalb eines Jahres mit einem Wert von 1,11 Euro an die öffentliche Hand wieder zurückgeflossen sei. "Elf Prozent Rendite - wo bekommt man das heute noch?"

Den Beitrag des EHW zum Kälteschutz-Projekt lobte Rudolf Stummvoll, Leiter des Münchner Amtes für Wohnen und Migration: "Das Hilfswerk hat sich sehr flexibel drauf eingestellt, als es darum ging, von null auf sehr schnell für einige Hundert Menschen Plätze zu schaffen." Etwa 3.800 Menschen sind laut Stummvoll derzeit in München wohnungslos, 500 bis 600 leben auf der Straße. "Die Zahl war in den letzten Jahren noch nie so hoch". Derzeit gebe es eine Armutswanderung in solchen Umfang, "dass wir als Stadt da dringend Antworten geben müssen."

Eine "leuchtende Stadt" nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa sei München mit seinem Engagement für Menschen, die auf der Straße leben, sagte Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission. Gleichzeitig mahnte er Inklusion an: Was beim EHW geschehe, gehöre zu den ältesten Aufgaben der Christen. "Speise, Trank, Kleidung, Obdach und Gemeinschaft für alle - das sind die christlichen Basics." Die diesjährigen Jubiläen - 70 Jahre Weiße Rose und 80 Jahre Reichstagsbrand - zeigten, "wie mörderisch Exklusion sein kann - mitten im christlichen Abendland". Das Evangelische Hilfswerk werde auch in Zukunft Antworten liefern auf Fragen, wo Platz in der Gesellschaft für Strafgefangene, obdachlose Männer, Frauen und Kinder, Sexarbeiterinnen, Schuldner oder Flüchtlinge sei. 

Das Wachstum des Evangelischen Hilfswerks stellte Geschäftsführer Gordon Bürk in Zahlen vor. So ist die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeitenden in den letzten zehn Jahren von 118 auf 210 gestiegen, der wirtschaftliche Umsatz von etwa sechs auf derzeit 10,5 Millionen Euro. Dabei schlage sich der Zuwachs nicht nur in vielen neuen Projekten nieder. "Die Angebote, die wir haben, müssen wir so gestalten, dass sie zu den Menschen passen. Sonst erreichen wir sie nicht", betonte Bürk. "Ausdifferenzierung ist hier ein wichtiges Schlagwort." Man müsse nicht unbedingt neue Angebote schaffen, sondern bei bestehenden Angeboten prüfen, wo man etwas ändern müsse. Gleichzeitig kritisierte Bürk, dass in Deutschland die Einkommen zunehmend ungerecht verteilt seien: "Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer."

Informationen über das Evangelische Hilfswerk München:

Menschen in persönlichen Notlagen und sozialen Schwierigkeiten stehen seit zehn Jahren im Fokus der Arbeit des Evangelischen Hilfswerks. 2003 wurde die Tochtergesellschaft der Inneren Mission - aus der Abteilung Gefährdetenhilfe heraus - gegründet. Doch ihre Wurzeln reichen viel weiter zurück: Das Bodelschwingh-Haus für straffällig gewordene Männer feierte jüngst seinen 50. Geburtstag, der Obdachlosen-Treffpunkt Teestube "komm" seinen dreißigsten. Das Stadtteilbüro Neuperlach wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Der Beratungsdienst für Frauen begann seine Arbeit vor mehr als 45 Jahren, die Straffälligenhilfe gibt es seit den 30er Jahren, die Bahnhofsmission sogar schon seit 1897.

Antworten auf die Probleme der Zeit will das Evangelische Hilfswerk, daher kamen mit den Jahren stetig neue Angebote dazu: die Schuldner- und Insolvenzberatung, die Beratungsstellen Mimikry und Marikas für Prostituierte und Stricher, das Frauenobdach Karla 51, die Fachambulanz für Sexualstraftäter und die Lebensplätze für wohnungslose Frauen. Das neueste Projekt ist der Kälteschutznotraum in der ehemaligen Bayern-Kaserne. 

Ansprechpartner: Gordon Bürk
Telefon: 089 / 15 91 35-90

verfasst von Isabel Hartmann

BU: Freuen sich über das zehnjährige Bestehen des Evangelischen Hilfswerks (v.l.n.r.): EHW-Geschäftsführer Gordon Bürk, Münchens Zweite Bürgermeisterin Christine Strobl, die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Ursula Bittner und IM-Vorstand Günther Bauer

Bahnhofsmission und Deutsche Bahn AG bieten jetzt auch auf der Strecke München-Berlin-München Begleitung für allein reisende Kinder an.

Gleich zwei Anlässe gab es am Dienstag für die Beteiligten des Projekts "Kids on Tour" zu feiern: die Einweihung der neuen Räume gleich neben der Bahnhofsmission an Gleis 11 und die offizielle Eröffnung der neunten "Kids on Tour"-Strecke von München nach Berlin. Schon seit Juni 2012 begleiten ehrenamtliche Helfer allein reisende Kinder im Alter von sechs bis einschließlich vierzehn Jahren freitags und sonntags auf dieser Strecke. 

Mit dem Angebot ermöglichen die Bahnhofsmissionen und die Deutsche Bahn alleinreisenden Kindern, ihre Mutter, Vater oder Verwandte zu besuchen, die weiter weg wohnen. Denn immer mehr Kinder pendeln am Wochenende, unter anderem weil ihre Eltern beruflich bedingt an unterschiedlichen Orten wohnen oder sich deren Lebenswege getrennt haben. 

Als "Reaktion auf einen gesellschaftlichen Trend" sei das Projekt deshalb 2003 gestartet, sagte Christian Baron, Vorsitzender der Konferenz der Kirchlichen Bahnhofsmissionen. Mitarbeitenden der Bahnhofsmissionen und der Bahn war aufgefallen, dass immer mehr Kinder alleine im Fernverkehr unterwegs waren. Im ersten Jahr waren auf der ersten "Kids on Tour"-Strecke von Stuttgart nach Hamburg 223 Kinder unterwegs; 2011 begleiteten die ehrenamtlichen Helfer auf mittlerweile acht Strecken schon 7.610 Kinder. 

"Es ist nicht selbstverständlich, dass Eltern ihre Kinder alleine reisen lassen", erklärte Petra Höll als Vertreterin des DB-Fernverkehrs Bayern. Dazu brauche es vor allem "Vertrauen und ein zuverlässiges Angebot". Besonders das Engagement der Ehrenamtlichen trage dazu bei: "Ihr liebevoller Einsatz und die zuverlässige Leistung der Bahn geben den Eltern die Garantie, dass die Kleinen sicher am Zielort eintreffen. Und nicht zuletzt, dass sie Freude am Reisen haben." Insgesamt 44.500 Kinder seien seit dem Projektstart mit "Kids on Tour" quer durch die Republik begleitet worden. 

Einen Dank an diejenigen, die die Idee verwirklicht haben, sprach Hugo Gratza im Namen des Bundesverkehrsministers aus: "Ich freue mich, dass es das Angebot jetzt auch in Bayern gibt. Das ist mehr als eine Marktlücke, die jetzt endlich geschlossen wird." 

"Wenn Kinder auf Reisen gehen, brauchen sie ein Nest, von dem aus sie starten können. Und das stellen wir ihnen zur Verfügung", sagte bei der Einweihungsfeier Gordon Bürk, Leiter des Evangelischen Hilfswerks München, zu dem die Evangelische Bahnhofsmission gehört. "Menschen zusammenführen" solle das Projekt, denn nicht alle Haushalte könnten sich das Ticket für Kinder und Erwachsene leisten. Und manchmal wollten sich Eltern aus unterschiedlichen Gründen auch nicht mehr begegnen. Bürk wörtlich: "Wir bauen hier für Kinder eine Brücke, die ihnen ermöglicht, alle Teile ihrer Familie kennenzulernen." 

Immer am Freitag- und Sonntagnachmittag können allein reisende Kinder in ausgewählten Zügen zwischen München und Berlin mitfahren; weitere Einstiegsmöglichkeiten gibt es in Nürnberg, Halle (Saale) und Bitterfeld. Die pädagogisch geschulten Reisebegleiter betreuen maximal fünf Kinder; sind es mehr, kommt eine weitere Betreuungskraft hinzu. Für Unterhaltung sorgt ein Koffer mit Spielen für jede Altersgruppe. Die Betreuung kostet zusätzlich zur Kinderfahrkarte 30 Euro pro Strecke. Ausführliche Informationen gibt es im Internet unter www.bahn.de/familien-kinder.

 Isabel Hartmann

BU: Kleine auf großer Tour: Bei der Zugfahrt zu Oma und Opa werden Mica und Antonia von Erna Suhm und Helmut Lerche von "Kids on Tour" begleitet.

Das Stadtteilbüro Neuperlach ist nach einer umfangreichen Sanierung wieder geöffnet.

Nach sechsmonatiger Umbauzeit ist das Stadtteilbüro Neuperlach am 7. Juli wieder feierlich eröffnet worden. Bei der Feier im Sudermannzentrum spendeten der evangelische Pfarrer Gerhard Rupprecht von der Laetarekirche und sein katholischer Kollege Johann Franz von der Pfarrei Christus Erlöser in ökumenischer Verbundenheit Gottes Segen für die zum Evangelischen Hilfswerk München (EHW) gehörende Einrichtung. 

Wer die alten Räume kannte, wird die neuen kaum wiedererkennen: Die Böden sind mit Linoleum inleuchtendem Orange ausgelegt, die Wände strahlen in frischem Hellgelb und der ehemals große, nur durch Schränke mehr schlecht als recht gegliederte Raum ist jetzt durch Wände in mehrere Bereiche aufgeteilt. Zudem sind die Toiletten vom Keller nach oben ins Erdgeschoss verlegt worden; der Eingang sowie ein WC sind endlich behindertengerecht. 

Dass diese Summe gut angelegt ist, waren sich bei der Wiedereröffnung des Stadtteilbüros alle einig. Pfarrer Rupprecht sagte, er sei regelrecht "bestürzt und beschämt" gewesen, als er die früheren Räume zum ersten Mal gesehen habe. Er habe deshalb Hochachtung vor den Mitarbeitenden, die hier lange Zeit unter schwierigsten Bedingungen eine beeindruckende Arbeit geleistet hätten. Wer die schönen Räume jetzt betrete, habe "nicht mehr das Gefühl, in eine Lagerhalle oder einen Schuppen zu kommen". 

Zugleich lobte der Pfarrer die engagierte Arbeit, die stadtweit Signalcharakter habe: "Hier in Neuperlach leben viele Menschen am Rande der Not; und das Stadtteilbüro trägt dazu bei, dass sie nicht abkippen." Ebenso würdigte er den Einsatz der Ehrenamtlichen. Nächstenliebe dürfe man nicht nur den Profis überlassen: "Hier kann jeder helfen und sich engagieren." 

Für den Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach überbrachte dessen Vorsitzende Marina Achhammer Grüße. Ihr Gremium schätze die sozialen Einrichtungen, die das Zusammenleben im Stadtteil ermöglichen, "über alle Maßen". "Sie geben Beistand in Not und Kummer, damit das Leben hier leichter verläuft." Christina Alt vom Stadtjugendamt, das Angebote der Begegnungs- und Nachbarschaftshilfe finanziert, lobte vor allem die vernetzte Arbeit vor Ort. Es sei beeindruckend, wie es dem Team gelungen sei, "mit den Menschen zu arbeiten und nicht nur für sie". 

EHW-Geschäftsführer Gordon Bürk hielt eine Rückschau auf die bisherige Arbeit des Stadtteilbüros, das im kommenden Jahr vierzig Jahre alt wird. Habe der erste Sozialarbeiter lediglich ein Büro von knapp zehn Quadratmetern Größe gehabt, so sei das Platzangebot nach dem Umzug ins Sudermannzentrum Anfang 1986 deutlich besser geworden. Dennoch hätten die Räume "immer eine gewisse Enge ausgestrahlt"; die Suche nach etwas Größerem sei leider gescheitert. Die erfolgreiche Sanierung habe nun einen "Riesen-Fortschritt" gebracht: "Die Odyssee hat ein gutes Ende gefunden." 

Gleichzeitig kritisierte Bürk, dass in Neuperlach nach wie vor eine hohe Dichte sozialer Probleme herrsche. Viele Haushalte litten unter Hartz IV oder Niedriglohn: "Niedriglohn führt zu Verarmung." In Deutschland werde das, was es an Einkommen zu verteilen gibt, nicht gerecht verteilt. Bürk wörtlich: "Die verantwortlichen Politiker haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht." 

Damit sprach er vermutlich auch einem der prominentesten Besucher des Einweihungsfestes aus der Seele: Markus Rinderspacher, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, sagte, in der Politik werde zwar viel geredet; hier könne man aber sehen, "wie der Alltag erfolgreich funktioniert". Er lobte die "Herzlichkeit, mit der hier vorbildliche Sozialarbeit" geleistet werde. 

Der Landtagsabgeordnete weiß, wovon er spricht: Der Truderinger hat in der Vergangenheit ebenfalls ehrenamtlich mitgearbeitet. Bei einem Lesetag hat er mit Kindern geübt und ihnen etwas aus dem "Kleinen Wassermann" von Otfried Preußler vorgetragen. 

Die langjährige Leiterin des Stadtteilbüros, Christine Maier, konnte dem sechsmonatigen Exil in einer Wohnung im siebten Stock auch etwas Gutes abgewinnen: "Wir hatten von der Dachterrasse einen wunderbaren Blick auf Neuperlach." Doch jetzt sei sie froh, wieder in ihren angestammten Räumen zu sein - auch wenn der Keller noch voller Umzugskartons sei. Maier dankte allen, die gepackt und mitgeschleppt oder die Mitarbeitenden mit Kuchen versorgt hatten. "Unsere Einrichtung ist für viele so etwas wie eine Familie geworden." 

Klaus Honigschnabel

Neues Streckenangebot zwischen Isar und Spree für alleinreisende Kinder / Betreuer gesucht.

Neun Jahre nach dem Start von "Kids on Tour" ist nun erstmals auch die bayerische Landeshauptstadt in dem bundesweiten Programm vertreten. In festgelegten Zügen begleiten ab dem 15. Juni ehrenamtliche Helfer Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis einschließlich 14 Jahren auf der Strecke zwischen Berlin und München. Gabriele Ochse und Andrea Sontheim, Leiterinnen der Bahnhofsmission in München, sind über den Lückenschluss sehr erfreut. Gabriele Ochse: "Bayern ist jetzt endlich auf der Schiene; das war längst überfällig." Die dreijährige Projektphase finanziert die Innere Mission München.

"Kids on Tour" ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Bahn mit den Bahnhofsmissionen. Zu den acht bestehenden Städteverbindungen kommt jetzt die Nord-Süd-Verbindung als neunte neu dazu. Jeweils Freitag- und Sonntagnachmittag können Kinder von der Isar an die Spree fahren - oder umgekehrt - und dort Mutter, Vater, Verwandte oder Freunde besuchen. Weitere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten bestehen in Nürnberg, Halle (Saale) und Bitterfeld.

Eine Betreuungskraft ist für maximal fünf Kinder zuständig; sollten sich mehr anmelden, kommt eine zweite dazu. Für Unterhaltung und Kurzweile während der Fahrt gibt es einen großen Koffer mit Spielen für jede Altersgruppe. Die Reisen sind ab sofort buchbar über die Servicenummer der Deutschen Bahn AG (01805 / 99 66 33; Stichwort "Betreuung"). Die Betreuung kostet zusätzlich zur Kinderfahrkarte 30 Euro pro Strecke. Die Buchungen müssen spätestens sieben Tage vor Reiseantritt erfolgen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bahn.de/familien-kinder.

Für dieses neue Angebot sucht die Bahnhofsmission München noch weitere ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuern. Sie sollen Erfahrung und Spaß im Umgang mit Kindern haben, gerne ICE fahren, zwischen 18 und 65 Jahren alt sowie kontaktfreudig, stresserprobt und durchsetzungsfähig sein. Pro Fahrt gibt es 30 Euro an Aufwandsentschädigung sowie eine kostenlose Hin- und Rückfahrkarte. Die Bahnhofsmission übernimmt die Einarbeitung sowie die kontinuierliche Fortbildung der Betreuer. Wer Interesse an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit hat, kann sich bei der Bahnhofsmission melden unter Telefon 089/ 59 45 78 oder per E-Mail an muenchen@bahnhofsmission.de.

Klaus Honigschnabel

Betrüger sammeln für Bahnhofsmission in München

In der bayerischen Landeshauptstadt versuchen offenbar Betrüger, mit dem guten Namen der Bahnhofsmission Geld zu machen. Seit einigen Wochen sind ein junger Mann und eine junge Frau in Straßencafés und Kneipen unterwegs und sammeln Geldspenden, die angeblich der ökumenischen Hilfeeinrichtung am Gleis 11 zugute kommen sollen.

Die beiden waren mehrfach im Gärnterplatz-Viertel aktiv, wie die Leiterin der Evangelischen Bahnhofsmission, Gabriele Ochse, mitteilt. Unter dem Vorwand, sie würden für die Suppenküche der Bahnhofsmission sammeln, sprechen die beiden ahnungslose Gäste an. Gabriele Ochse: "Wir freuen uns zwar über Spenden € aber von unserer Seite finden keinerlei Sammlungen im Stadtgebiet München statt."

Die Bahnhofsmission hat nun Anzeige gegen Unbekannt erstattet und wendet sich an die Öffentlichkeit. Die Bahnhofsmission bittet deshalb all diejenigen, die von den Betrügern angesprochen werden, umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 110 zu verständigen, damit die beiden Betrüger festgenommen werden können.

ho

Das Münchner Frauenobdach Karla 51 ist gerettet / Städtische GWG kauft Immobilie zurück.

Das Frauenobdach Karla 51 ist gerettet: Gestern am späten Nachmittag des 2. November wurde der notarielle Kaufvertrag für das Anwesen in der Karlstraße 51 unterzeichnet. Das Haus geht zum 16. November mit allen Rechten und Pflichten in das Eigentum der städtischen Wohnungsgesellschaft München GWG über; die 40 Bewohnerinnen - zum Teil mit Kindern - können auch weiterhin in dem bundesweit modellhaften Haus in der Münchner Innenstadt bleiben.

Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks und damit Träger der Hilfeeinrichtung, ist über den Ausgang der monatelangen Verhandlungen hoch erfreut: " Dass Karla 51 im Herzen von München bleiben kann, ist ein tolles Ergebnis und löst bei uns und den notleidenden Frauen übergroße Freude aus." Die Sorge über die Zukunft der Frauen und Kinder angesichts des drohenden Auszugstermins am 15. November sei in den vergangenen Tagen und Wochen "fast unerträglich" geworden. Der Ankauf durch die GWG werde den Betrieb des Frauenobdachs am bisherigen Standort nun dauerhaft sicherstellen.

Ausdrücklich in ihrem Namen dankte Bürk allen, die dazu beigetragen hätten, das jetzt erreichte "Wunschergebnis" zu verwirklichen. Vom Oberbürgermeister und dem Stadtrat angefangen bis hin zu Mitarbeitenden im Kommunal- und Sozialreferat hätten sich viele Menschen der Landeshauptstadt München parteiübergreifend eingesetzt. Auch das evangelisch-lutherische Dekanat hatte sich für Karla 51 stark gemacht. Namentlich Stadtdekanin Barbara Kittelberger und die Dekanatssynode haben sich für den Erhalt der Einrichtung am bisherigen Standort ausgesprochen und eine Kollekte für Karla 51 beschlossen.

Ebenso erleichtert zeigt sich die Leiterin des Hauses, Isabel Schmidhuber: "Uns allen hier ist ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen." Seit Bekanntwerden der Kündigung hätten "Klientinnen, Mitarbeiterinnen, Helferinnen und Unterstützerinnen eine sehr schwere Zeit gehabt, weil es so völlig unklar war, wie es mit unseren Frauen und Kindern weitergeht". Demnächst werden in dem sechsstöckigen Haus wohl außer den Bewohnerinnen auch die Handwerker ein- und ausgehen: Für rund 700.000 Euro sollen das marode Dach und die Heizungsanlage saniert werden.


Klaus Honigschnabel