Weg von der Straße

München, 21. November 2016 – In den vergangenen Jahren sind die Zahlen akut wohnungsloser Menschen stark angestiegen. Waren im Jahr 2008 noch 2466 Menschen wohnungslos so sind es aktuell 6782. Etwa 550 von ihnen leben obdachlos auf der Straße. Insgesamt sind ca. 1.500 Kinder in Beherbergungsbetrieben, Notquartieren oder Clearinghäusern untergebracht. Um auf dieses drängende Problem aufmerksam zu machen und idealerweise Abhilfe zu schaffen, hat sich das Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe gebildet. Ziel ist es, Ressourcen zu bündeln und den Anliegen wohnungsloser Frauen, Männern und Familien in der Öffentlichkeit mehr Gehör zu verschaffen. Als Schirmherrin für das Netzwerk konnte Petra Reiter, die Frau des Münchner Oberbürgermeisters, gewonnen werden.

Das Netzwerk Wohnungslosenhilfe ist ein Zusammenschluss von sozialen Trägern, die in München verschiedene Angebote für wohnungslose Menschen zur Verfügung stellen. Mitglieder sind der Sozialdienst katholischer Frauen e. V. München (SkF), der Katholische Männerfürsorgeverein München e. V. (KMFV), das Evangelische Hilfswerk München (EHW), der Internationale Bund (IB) sowie der Verein Wohnhilfe e. V. Als Schirmherrin unterstützt Petra Reiter, die Ehefrau des amtierenden Oberbürgermeisters, die Initiative.

Mit ihrem bewussten Einsatz will Frau Reiter dazu beitragen, dass sich das gesellschaftliche Engagement für die Ärmsten der Armen verbessert. In ihrem gesellschaftlichen Umfeld will Petra Reiter ein Bewusstsein schaffen, dass Wohnungslosigkeit jeden treffen kann: „Ein Schicksalsschlag, eine Krankheit, der Verlust der Arbeit oder die Trennung vom Partner – das geht meist schneller als man denkt.“ Ziel müsse es dann sein, den Ausweg aus der Abwärtsspirale zu schaffen, so Reiter. Ein fester Wohnsitz sei Voraussetzung für eine Arbeitsstelle und für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. „Ohne Wohnung keine Arbeit, ohne Arbeit keine Wohnung.“ Diesen Kreislauf gelte es zu durchbrechen.

In München gibt es bereits gute Strukturen und Angebote für wohnungslose Menschen. Aufgrund der steigenden Zahlen bedürfe es jedoch eines „stärkeren Engagements und jeder erdenklichen Hilfe von verschieden Seiten.“ Dies könne in Form von Geld-, Zeit- oder auch Sachspenden erfolgen. Für Reiter steht fest: „Obdachlose müssen die Chance haben, ihren Weg weg von der Straße zu finden.“

All dieses will das neue Bündnis thematisieren und auf die Agenda von Parteien und Politik bringen, wie Ludwig Mittermeier, Vorstand des Katholischen Männerfürsorgevereins und zugleich Vorsitzender des Kuratoriums Wohnungslosenhilfe, sagt. Er wies auf das sehr differenzierte und fachlich qualifizierte Hilfeangebot für wohnungslose Menschen in München seitens der Landeshauptstadt, dem Bezirk Oberbayern und den sozialen Verbänden hin.

Dies werde jedoch in der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Vielmehr gelinge es manchen Initiativen, „immer wieder den Anschein zu erwecken, dass für diesen Personenkreis viel zu wenig oder gar nichts getan wird“. Diesem Eindruck will nun das Netzwerk Wohnungslosenhilfe München entgegenwirken. Man freue sich sehr, mit der Frau des Oberbürgermeisters eine prominente Fürsprecherin gewonnen zu haben, „die die Tür in neue gesellschaftliche Kreise öffnen kann“.

Für Elke Prumbach, Geschäftsführerin des SkF, ist Wohnungslosigkeit gerade in München „ein Thema, das die ganze Stadt betrifft und alle sozialen Träger vor große Herausforderungen stellt“. Die Probleme, die sich daraus ergeben, ließen sich nur gemeinsam bewältigen. „Daher lag es für mich klar auf der Hand, dass eine Vernetzung mit den anderen Akteuren der Wohnungslosenhilfe in München sinnvoll ist.“

Nicht zuletzt Gordon Bürk, Geschäftsführer des EHW, will mit dem neuen Bündnis vor allem „die hoch professionelle und effektive Arbeit des bestehenden Hilfesystems den Bürgerinnen und Bürgern näherbringen“. Wenn das ausdifferenzierte Angebot der einzelnen Träger in der Öffentlichkeit bekannter wäre, ließe sich die Situation wohnungsloser Menschen auch eher zum Besseren verändern.

Um sich einen Eindruck von der Arbeit des Netzwerkes zu verschaffen, war Petra Reiter bereits in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe unterwegs. Dabei besuchte sie den Teestube „komm“ und das Streetwork des EHW sowie die Arztpraxis für wohnungslose Menschen und die Münchner Straßenambulanz des KMFV. Beeindruckt war sie von der dort geleisteten professionellen und wertschätzenden Arbeit und von den Erfahrungen, die sie gewonnen hat. „Mir ist klar geworden, dass nichts von dem, was wir haben, selbstverständlich ist.“

Weitere Informationen finden Sie unter: www.wohnungslosenhilfe-muenchen.net

Oder im ► Flyer Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe

Pressekontakt:

Ralf Horschmann
Leitung Stab Öffentlichkeitsarbeit
Katholischer Männerfürsorgeverein München e. V.
Kapuzinerstraße 9D
80337 München

Telefon: +49 (0)89 / 5 14 18 - 30
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