Evangelisches Hilfswerk - Obolus für Obdachlose

Obolus für Obdachlose

Essen gehen und dabei Gutes tun – das ist das Konzept von Hilf Mahl!: In rund 25 Münchner Restaurants können Gäste ihre Rechnung mit einer Spende von einem Euro oder mehr für obdachlose Menschen aufrunden. Auf diese Art und Weise hat die Hilfsorganisation im vergangenen Winter fast 72.000 Euro gesammelt – Teile davon kommen dem Tagesaufenthalt der Teestube „komm“ und dem Frauenobdach KARLA 51 zu Gute.

Das Konzept hinter Hilf Mahl! basiert auf dem Londoner Vorbild „streetsmart“, das es dort seit 1998 gibt. Die beteiligten Restaurants stellen in den Wintermonaten auf ihren Tischen Kärtchen auf, die die Gäste informieren, wie das Projekt funktioniert: Nach dem Essen können die Gäste zusätzlich zu ihrer Rechnung für Bedürftige spenden. Ob er das tun möchte, kann jeder Gast selber entscheiden: Er kann gar nichts, einen Euro oder auch mehr geben.

Seit drei Jahren setzen Hanna Eisinger und Anna Kraft das Projekt auch in München um. Mit Erfolg: Bisher kamen knapp 162.000 Euro zusammen. Der Betrag ging ohne Abzug an verschiedene Münchner Obdachloseneinrichtungen. Seit Beginn unterstützt Hilf Mahl! das Frauenobdach KARLA 51; in diesem Jahr bekam Einrichtungsleiterin Isabel Schmidhuber einen Scheck über 11.150 Euro überreicht.

„Das ist eine Riesensumme, mit der wir viel anfangen können“, sagt sie. „Es ist toll, wie unermüdlich sich die Organisatorinnen engagieren.“ Mit dem Geld unterstützt Schmidhuber unter anderem Mütter beim Kauf von Schulmaterial für ihre Kinder und finanziert eine Ärztin, die einmal in der Woche zur Sprechstunde in die Karlstraße 51 kommt. Außerdem wollen die Mitarbeiterinnen einen Kellerraum im Erweiterungsbau in der Karlstraße 40 zu einem gemütlichen Spiele- und Hausaufgabenzimmer für Kinder umwandeln.

Auch für die Teestube „komm“ gab es 11.150 Euro: „Wir sind den Organisatorinnen und den Gastronomen sehr dankbar für diese tolle Spendenaktion“, sagt Manuela Neumeyer, Leiterin des Unterstützten Wohnens der Teestube. Das Geld soll unter anderem in die Ausstattung des Tagesaufenthalts fließen – und als Einzelfallhilfe Klienten in Not zu Gute kommen. Geplant sind außerdem gemeinsame Unternehmungen wie Ausflüge, Frühstücksveranstaltungen oder eine Stadtrundfahrt: „Damit möchten wir die Menschen aus ihrer Einsamkeit holen und ihnen ermöglichen, Kontakte zu knüpfen“, sagt Neumeyer. „Von solchen Unternehmungen sprechen unsere Klienten noch Jahre später.“

Seit Anfang November läuft die vierte Runde der Hilf Mahl!-Spendenaktion in den Münchner Restaurants. Weitere Informationen zum Projekt und eine Liste der Restaurants, die mitmachen, gibt es unter www.hilfmahlmuenchen.de.

Isabel Hartmann


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