Evangelisches Hilfswerk - Neuer Standort in Memmingen

Neuer Standort in Memmingen

2018 jährt sich die Eröffnung der Psychotherapeutischen Fachambulanz für Gewaltstraftäter zum fünften, die Eröffnung der Fachambulanz für Sexualstraftäter sogar zum zehnten Mal - allein das sind schon zwei Gründe zum Feiern für das Evangelische Hilfswerk (EHW). In dieser Zeit wurden mehr als 1.400 Sexual- und 350 Gewaltstraftäter zugewiesen. Die therapeutische Anbindung dauert durchschnittlich zwei bis drei Jahre, ist aber nicht auf diesen Zeitraum begrenzt.

Unabhängige Evaluationen haben gezeigt, dass die Fachambulanzen erheblich dazu beitragen, dass die Rückfallquoten sinken. EHW-Geschäftsführer Gordon Bürk ist sichtlich stolz auf die erfolgreiche Arbeit: "Die Einrichtung schließt nicht nur eine große Versorgungslücke im Bereich der Resozialisierung von gefährlichen Straftätern, sie leistet auh einen nachhaltigen Beitrag zum Opferschutz."

Die bayerische Staatsregierung hat sich nun dazu entschlossen, zusätzlich zur kontinuierlichen Finanzierung der bisherigen Einrichtung Filialen in bislang unterversorgten und weiter entfernt liegenden Gebieten zu eröffnen. Am konkretesten sind dabei Gespräche für eine Fachambulanz in Memmingen gediehen, die im Herbst 2018 eröffnet werden soll.

Das EHW wird somit erstmals in seiner Geschichte eine Einrichtung außerhalb der bayerischen Landeshauptstadt betreiben. Die entsprechenden Planungen laufen derzeit auf Hochtouren. In diesem Jahr sollen zwei Fachkräfte mit dem Therapieangebot beginnen; vom kommenden Jahr an kann je nach Bedarf auf fünf Kräfte aufgestockt werden. Damit könnten dann rund 130 Klienten psychologisch betreut werden.

Das Bayerische Justizministerium übernimmt die Kosten für München und Memmingen in voller Höhe. Für 2019 sind das insgesamt rund 2,8 Millionen Euro. In Bayern gibt es ähnliche Einrichtungen noch in Nürnberg und Würzburg; das Ministerium plant für die nächsten Jahre noch weitere Standorte.


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