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 Evangelisches Hilfswerk - 31.03.2010 - Mehr Selbstbestimmung für wohnungslose Frauen

31.03.2010 - Mehr Selbstbestimmung für wohnungslose Frauen

Ein neues Frauenprojekt des Evangelischen Hilfswerks (EHW), einer Tochter der Inneren Mission, schließt von Herbst 2011 an eine Angebotslücke in der Münchner Wohnungslosenhilfe. Im Harthof entstehen derzeit die „Lebensplätze“: eine Wohnanlage mit 25 Appartements für obdachlose Frauen. Die Wohnungen werden etwa 30 Quadratmeter groß sein und über ein Bad, eine Kochnische und einen kleinen Balkon verfügen. 
Zwar gibt es in der Landeshauptstadt bereits zahlreiche Anlaufstellen für obdachlose Frauen, ambulante wie stationäre. Die Schwierigkeit bei längerfristigen Wohnunterkünften ist, „dass die Frauen dort ein gewisses Maß an Kooperation mitbringen sollten“, sagt Renate Frey, Bereichsleiterin für das Arbeitsfeld Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe für Frauen. Die Bewohnerinnen sollten bereit sein, Hilfe anzunehmen und zum Beispiel an einem Hilfeplan mitarbeiten. Was aber, wenn sie genau das nicht wollen oder aufgrund ihrer psychischen Verfassung nicht können? „In diesen Fällen wurde es meist kompliziert“, so Frey. 

„Wir machen häufig die Erfahrung, dass ältere wohnungslose Frauen einfach nur irgendwo in Ruhe wohnen wollen“, berichtet sie. Deren Dasein ist geprägt von Armut, Einsamkeit und Gewalterfahrungen, nicht selten sexueller Art. Oftmals haben sie Sucht- oder psychische Erkrankungen entwickelt, die sie zusätzlich zum harten Leben ohne Wohnung belasten.
„Gerade ältere Frauen haben sich dann zurückgezogen und ein enormes Misstrauen entwickelt“, sagt die Sozialpädagogin. Sie wollen nicht mit einer wildfremden Person, auch wenn es eine ausgebildete Fachkraft ist, über ihre Probleme sprechen und jeden Tag an ihre Krankheiten erinnert werden. „Es fehlt bisher ein richtiger Platz, an den wir die Frauen in dieser Situation weitervermitteln können.“ 
Handlungsbedarf hatte auch das Sozialreferat festgestellt, als es vor knapp zwei Jahren die Trägerschaft „einer niedrigschwelligen langfristigen Wohnform für wohnungslose Frauen“ ausschrieb. Laut Vorgabe sollten darin 25 ältere, alleinstehende Frauen ihren eigenen Wohnraum bekommen: Die Finanzierung übernimmt die Stadt München. 
Zusammen mit Kollegin Nadja Dobesch, Leiterin der ambulanten Dienste beim Evangelischen Beratungsdienst für Frauen, und Isabel Schmidhuber, Leiterin des Frauenobdachs Karla 51, arbeitete Renate Frey daraufhin ein Konzept aus. 
Die Niedrigschwelligkeit war für sie der wichtigste Punkt. „In erster Linie sollen die Frauen in ihren Einzelappartements völlig selbstbestimmt leben können.“ Die Bewerbung war ein Erfolg: Das Evangelische Hilfswerk bekam den Zuschlag für die Trägerschaft des Projekts.

Als Bauträger der „Lebensplätze“ fungiert die Gemeinnützige Wohnstätten- und Siedlungsgesellschaft mbH (GWG), die in Absprache mit dem Hilfswerk das Haus plant. Die Wohnungen werden behindertengerecht gebaut, da obdachlose Frauen körperlich oftmals eingeschränkt sind. Im Erdgeschoss befinden sich eine Pforte, Gemeinschaftsräume und die Büros der Sozialpädagoginnen, die tagsüber im Dienst sind. 
„Uns geht es darum, dass Hilfeangebote präsent sind, aber von den Frauen unverbindlich in Anspruch genommen werden können“, betont Renate Frey. „Und wenn sie bei irgendetwas Unterstützung brauchen, haben sie Ansprechpartnerinnen direkt im Haus.“

Als Treffpunkte sind die Gemeinschaftsräume, die Pforte und im Sommer die Terrasse mit Garten gedacht. „Schaffung von Gelegenheitsstruktur“ heißt das auf Sozialpädagogendeutsch.

Unabhängig vom Projekt wird noch ein so genannter Schutzraum in das Haus integriert. Er dient als Notaufnahme, sollten Frauen dringend eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. 
Die erste Bauphase beginnt im Frühjahr, bis zum Herbst dieses Jahres soll der Rohbau stehen. Läuft alles nach Plan, können Ende 2011 die ersten Mieterinnen einziehen. Gefeiert wird aber schon am 21. Oktober: Dann soll das Richtfest stattfinden.

Julia Kreissl
 

Ein Novum in der Obdachlosenhilfe: Projekt "Lebensplätze"


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