27.05.2016 - Echte Freude

„Zu meinem Ehrenamt bin ich über meine Nachbarin gekommen. Sie betreut im Stadtteilbüro ältere Menschen und hat mir vorgeschlagen, auch mal dort anzufragen. 

 

Ich habe mich für ein Ehrenamt entschieden, weil die Woche für mich dadurch wieder ein Stück mehr Struktur gewonnen hat und weil ich auch sehr gerne wieder mehr Kontakte zu Menschen in meiner nahen Umgebung haben wollte. Und das habe ich im Stadtteilbüro wirklich gefunden, mir macht es immer viel Spaß, dort auszuhelfen. 
 
Zuerst war ich in unserer Kleiderausgabe. Das hat mir nicht so gut gefallen, daher bin ich jetzt an der Infotheke. In der Regel helfe ich zweimal im Monat gute zwei Stunden aus, zurzeit sogar einmal die Woche: Ich beantworte das Telefon, nehme Kleiderspenden entgegen oder höre den Menschen, die kommen, einfach nur zu. Sie haben sehr unterschiedliche Anliegen: Viele Leute kommen mit Anträgen, zum Beispiel für Kindergeld oder Hartz IV. Ich vergebe dann Termine für die Ausfüllhilfe. 
 
Ich wohne gleich um die Ecke vom Stadtteilbüro, da kann ich auch mal spontan einspringen. Auch heute werde ich außer der Reihe für die Senioren mithelfen zu kochen, es hat sich gestern so ergeben. Ich habe Glück, dass mir alle Leute im Stadtteilbüro von Anfang an so freundlich begegnet sind. Deshalb fühle ich mich bis heute dort sehr gut aufgehoben. 
 
Allen anderen Ehrenamtlichen - wir sind so um die 60 - ergeht es wie mir: Wir sind mit dem gesamten Team des Stadtteilbüros Neuperlach wirklich verbunden. Das Team organisiert das ganze Jahr über immer wieder tolle Veranstaltungen für uns Ehrenamtliche. Dieses Jahr war ich auf einem Tagesausflug im Chiemgau dabei und zur Weihnachtsfeier und zum Grillfest eingeladen. 
 
Außer der Reihe habe ich beim Adventsmarkt und beim Grillfest Kuchen verkauft. Es macht mir echte Freude. Ich war früher Hauswirtschafterin von Beruf, bin jetzt aber viel zu Hause. Die Bürotätigkeiten im Stadtteilbüro sind ein Ausgleich für mich. Meinen Mitmenschen kann ich nur empfehlen, sich irgendein Ehrenamt in München oder Umgebung zu suchen, wenn es ihre Zeit irgendwie zulässt: Man lernt tolle Leute und Mitarbeitende kennen. 
 
Das Klima ist nicht rau, sondern wirklich sehr herzlich. Wir sind leider viel nur damit beschäftigt, für Geld in die Arbeit zu laufen, was oft mit viel Stress verbunden ist. Das empfinde ich bei meinem persönlichen Ehrenamt überhaupt nicht. Jetzt habe ich ab Mai einen neuen 450-Euro-Job gefunden, wieder im Haushalt. Deshalb schraube ich dann meinen Einsatz ein klein wenig zurück. Aber ich werde auf weitere Jahre sicherlich gerne dabei bleiben." 

 

Klara Meier* hilft ehrenamtlich an der Infotheke des Stadtteilbüros Neuperlach.


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