18.01.2010 - Moshammer-Verein spendet 25.000 Euro für Obdachlosen-Initiativen

Vor fünf Jahren starb Rudolf Moshammer auf tragische Weise – doch sein Engagement für obdachlose Menschen in München lebt weiter: Bei einer Gedenkveranstaltung im Kloster St. Bonifaz zum fünften Todestag des Münchner Modemachers übergab Florian Besold, Vorsitzender des von Moshammer gegründeten Vereins „Licht für Obdachlose“, am Freitag, 15. Januar, Spendenschecks an drei Münchner Obdachlosen-Initiativen: Die Teestube „komm“ des Evangelischen Hilfswerkes, eines Tochterunternehmens der Inneren Mission München, erhielt 3.000 Euro, das Kloster St. Bonifaz 2.000 Euro und das Patenprogramm der Obdachlosenzeitschrift BISS 20.000 Euro.

„Wir haben gesehen, wie ernst Rudolf Moshammer sein Anliegen für obdachlose Menschen war“, sagte Florian Besold, der nach dem Tod des Modezaren den Vorsitz des Vereins „Licht für Obdachlose“ übernahm. „Wir möchten seine Arbeit in diesem Sinne fortführen“. Deshalb verteilt der Verein jedes Jahr, sowohl am Geburts- als auch am Todestag des Modeschöpfers, größere Geldspenden an Münchner Einrichtungen, die sich um wohnungslose Menschen kümmern. Rund 200.000 Euro sind seit Moshammers Tod in Obdachlosen-Projekte geflossen. Wichtig, so Besold, sei dabei, dass das Geld direkt am Brennpunkt bei den Betroffenen ankomme.

So finanziert die Teestube „komm“ mit der Spende in Höhe von 3.000 Euro eine neue Küche für eine der Betreuten Wohngemeinschaften der Teestube „komm“. In dieser Einrichtung werden Männer aufgenommen und sozialpädagogisch betreut, die oft jahrelang auf der Straße gelebt haben. Der befristete Aufenthalt in der WG soll die ehemaligen Obdachlosen auf ein Leben in einer eigenen Wohnung vorbereiten.

„Rudolf Moshammer war eine schillernde Persönlichkeit“, sagte Gordon Bürk, Leiter des Evangelischen Hilfswerkes. „Er hat diese Seite aber immer auch für Menschen eingesetzt, denen es schlecht ging.“ Die Unterstützung seit 2001 durch den Modezaren und seinen Verein „Licht für Obdachlose“ ist bis heute in der Teestube „komm“ gut sichtbar: Den Tresen – über dem ein Bild von Moshammer und seinem Hund Daisy hängt – hat der Modemacher finanziert, die Küche wurde mit Unterstützung von „Licht für Obdachlose“ renoviert, seit 2007 sind die Streetworker der Teestube „komm“ mit 12 Trekking-Rädern – ebenfalls eine Spende des Vereins – zu ihren Klienten unterwegs. Anton Auer, Leiter der Teestube „komm“: „Rudolf Moshammer war wirklich authentisch und hat seine Sache mit dem Herzen gemacht.“ Er sei regelmäßig zu den Sommer- und Weihnachtsfeiern der Teestube gekommen und habe dort stundenlang mit Mitarbeitern und Besuchern zusammengesessen.

Die Spende über 2.000 Euro für das Kloster St. Bonifaz kommt der Arbeit des Haneberghauses des Klosters zugute. Dort bekommen Menschen ohne festen Wohnsitz Essen und Kleider, können duschen und einen Arzt aufsuchen. „Rudolf Moshammer ist viele extravagante Wege gegangen“, sagte Abt Johannes Eckert bei dem Gedenkgottesdienst in der Benediktinerabtei zum fünften Todestag des Münchner Modemachers. „Aber er hat auf diesen Wegen dafür gesorgt, dass es Menschen gut geht.“

Isabel Hartmann

"Licht für Obdachlose" übergibt zum fünften Todestag des Münchner Modeschöpfers Spendenschecks an die Teestube "komm", Kloster St. Bonifaz und die Obdachlosenzeitschrift BISS.


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