13.04.2015 - Das Kälteschutzprogramm hat sein Ziel voll erreicht

Zum 31. März endet das diesjährige Münchner Kälteschutzprogramm für den Winter 2014/15. „Es hat sein Ziel voll erreicht“ – dieses Resümee zog Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, bei einer Pressekonferenz zum Kälteschutz am Freitag. „Kein obdachloser Mensch ist während der kalten Jahreszeit in München ums Leben gekommen.“ 

 

151 Nächte hatte der Münchner Kälteschutz in diesem Winter geöffnet. Insgesamt haben etwa 3.220 alleinstehende Menschen sowie 50 Familien mit Kindern das engmaschige Angebot der Stadt München und des Evangelischen Hilfswerks angenommen, das vermeiden soll, dass Obdachlose im Winter im Freien schlafen müssen.  
 
Neben der Beratungsstelle „Schiller 25“ und dem Tagesaufenthalt für Familien „FamAra“ war in diesem Winter das Hilfswerk auch für die Betreuung der Notschlafstelle im Haus 12 in der Bayern-Kaserne mit circa 500 Bettplätzen verantwortlich. Dort und in mehreren angemieteten Pensionen kamen während der Wintermonate Menschen unter, die sonst auf der Straße übernachten müssten. 
 
Einen Zuwachs verzeichnet das Evangelische Hilfswerk bei den Übernachtungen von Familien. In den Wintermonaten waren rund 50 Familien mit insgesamt 90 Kindern im Kälteschutz; im Vorjahr waren es 18 Familien mit insgesamt 25 Kindern. Den Anstieg erklärt Andrea Betz, Bereichsleiterin des Evangelischen Hilfswerks, unter anderem damit, dass Familien in München oder in ihren Herkunftsländern ihre Unterkunft verloren und im Kälteschutz ein Obdach gefunden haben.
 
Die sichere Unterbringung von Frauen mit Kindern auch nach dem Ende des Kälteschutzes am 31. März ist dem Hilfswerk ein großes Anliegen. Umso mehr freut es Andrea Betz, dass das Sozialreferat Einzelfalllösungen angekündigt habe. Darüber hinaus wollen die evangelische und katholische Kirche Schlafplätze bereitstellen.
 
Stark angestiegen ist laut Betz auch die Zahl der EU-Binnenmigranten, die – teilweise auch mit Kindern – nach München kommen. Das sind Menschen, die in anderen EU-Staaten Asyl bekommen haben, aber dort in miserablen Umständen lebten und innerhalb der Europäischen Union das Land wechseln. 
 
Etwa 3.220 alleinstehende Menschen waren in diesem Winter insgesamt im Kälteschutz untergebracht, 47 Prozent von ihnen kamen aus Rumänien und Bulgarien, gefolgt von Schutzsuchenden mit deutscher, italienischer, ungarischer und polnischer Staatsangehörigkeit. Im Winter zuvor nutzten insgesamt 2.300 alleinstehende Menschen die Übernachtungsangebote.
 
Im Vergleich zur vergangenen Kälteschutzperiode ist die Zahl der Kälteschutznächte von 96 auf 151 gestiegen. Ein Grund dafür: Im Vorjahr wurden die Übernachtungsangebote für alleinstehende Männer erst ab Temperaturen unter null Grad geöffnet; in diesem Winter hatte die Stadt München von der Null-Grad-Regelung abgesehen. 
 
Darüber zeigt sich Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, erfreut: „Zum Schutz der Menschen und aus organisatorischen Gründen war dies eine wichtige und gute Entscheidung“, sagte er. Im vergangenen Jahr sei es aufgrund der Null-Grad-Regelung bei geringen Plustemperaturen in den Beratungsräumen von „Schiller 25“ zu Menschenaufläufen gekommen. In diesem Winter hätten die Mitarbeitenden der Anlaufstelle kontinuierlich und geordnet Einweisungen und Beratungsgespräche durchführen können. 
 
Zum 31. März schließen die Übernachtungsangebote des Kälteschutzprogramms. Die Beratungsstelle „Schiller 25“ sowie das Tagesangebot für Familien „FamAra“ werden weiterhin geöffnet sein. Mitarbeitende der beiden Einrichtungen werden in den kommenden Monaten verstärkt auf den Straßen unterwegs sein, um obdachlose Menschen aufzusuchen und zu beraten.
 
Isabel Hartmann
  
Ansprechpartnerin EHW: 
Andrea Betz:
Telefon: 0172/170 26 58 
E-Mail: abetz@hilfswerk-muenchen.de.
 
Pressekontakt: 
Isabel Hartmann
Telefon: 089/12 69 91-122 
E-Mail: ihartmann@im-muenchen.de.
 

 

Evangelisches Hilfswerk und Stadt München ziehen positives Resümee zum Kälteschutz / Zahl der Familien mit Kindern sowie der Binnenmigranten im Kälteschutz angestiegen.


zurück