10.11.2011 - Rettung Karla 51

Das Frauenobdach Karla 51 ist gerettet: Anfang November wurde der notarielle Kaufvertrag für das Anwesen in der Karlstraße 51 unterzeichnet. Damit geht das Haus mit allen Rechten und Pflichten in das Eigentum der städtischen Wohnungsgesellschaft München GWG über; die 40 Bewohnerinnen – zum Teil mit Kindern – können auch weiterhin in dem bundesweit modellhaften Haus in der Münchner Innenstadt bleiben.

Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks und damit Träger der Hilfeeinrichtung, ist über den Ausgang der monatelangen Verhandlungen hoch erfreut: „ Dass Karla 51 im Herzen von München bleiben kann, ist ein tolles Ergebnis und löst bei uns und den notleidenden Frauen übergroße Freude aus.“ Die Sorge über die Zukunft der Frauen und Kinder angesichts des drohenden Auszugstermins am 15. November sei in den vergangenen Tagen und Wochen „fast unerträglich“ geworden. Der Ankauf durch die GWG werde den Betrieb des Frauenobdachs am bisherigen Standort nun dauerhaft sicherstellen.
Ausdrücklich in ihrem Namen dankte Bürk allen, die dazu beigetragen hätten, das jetzt erreichte „Wunschergebnis“ zu verwirklichen. Vom Oberbürgermeister und dem Stadtrat angefangen bis hin zu Mitarbeitenden im Kommunal- und Sozialreferat hätten sich viele Menschen der Landeshauptstadt München parteiübergreifend eingesetzt.
Auch das evangelisch-lutherische Dekanat hatte sich für Karla 51 stark gemacht. Namentlich Stadtdekanin Barbara Kittelberger und die Dekanatssynode haben sich für den Erhalt der Einrichtung am bisherigen Standort ausgesprochen und eine Kollekte für Karla 51 beschlossen.
Ebenso erleichtert zeigt sich die Leiterin des Hauses, Isabel Schmidhuber: „Uns allen hier ist ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen.“ Seit Bekanntwerden der Kündigung hätten „Klientinnen, Mitarbeiterinnen, Helferinnen und Unterstützerinnen eine sehr schwere Zeit gehabt, weil es so völlig unklar war, wie es mit unseren Frauen und Kindern weitergeht“.
Münchens Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) sagte, der Ankauf sei in einer „gigantischen Geschwindigkeit und getragen vom politischen Willen Aller in Politik und Verwaltung“ über die Bühne gegangen. Sie habe noch nie erlebt, dass bei der Stadt der Ankauf einer Immobilie innerhalb nur weniger Monate erfolgt sei. „Hätten nicht alle an einem Strang gezogen, wäre dieses kleine Wunder nicht geschehen.“ 
Demnächst werden in dem sechsstöckigen Haus wohl außer den Bewohnerinnen auch die Handwerker ein- und ausgehen: Für rund 700.000 Euro will die GWG das marode Dach und die Heizungsanlage sanieren.
 

Klaus Honigschnabel
 

Das Münchner Frauenobdach Karla 51 ist gerettet / Städtische GWG kauft Immobilie zurück.


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