09.12.2010 - Meilenstein in der Obdachlosenhilfe

„Die innovativen Wohnformen“, die bei den Sanierungen im Stadtteil Harthof entstehen, hat SPD-Stadträtin Claudia Tausend beim Richtfest für die Baumaßnahme „Am Lieberweg“ gelobt. Dort baut die GWG München zurzeit 68 geförderte Mietwohnungen sowie die Wohnanlage „Lebensplätze“ des Evangelischen Hilfswerks München (EHW) mit 25 Appartements für ältere wohnungslose Frauen.

Modellprojekte wie die „Lebensplätze“ würden auch „dem demografischen Wandel in der Landeshauptstadt München“ entgegen kommen, sagte die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der GWG in ihrer Rede: „Mit dem Projekt schließt das Evangelische Hilfswerk eine Versorgungslücke für ältere wohnungslose Frauen.“ Hier entstehe ein geschützter Raum, in dem die Frauen sicher und auf Dauer wohnen können.

 

Als „einen Meilenstein in der Wohnungslosenhilfe“ bezeichnete Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, einer Tochtergesellschaft der Inneren Mission München, das Angebot: „Der Evangelische Beratungsdienst für Frauen hat lange daran gearbeitet, für ‚Wanderinnen im System’ ein entsprechendes Hilfeangebot zu entwickeln.“ In voraussichtlich einem Jahr könnten Frauen, die jahrelang zwischen Pensionen, Notunterbringungen und Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe gewechselt haben, in den „Lebensplätzen“ ein dauerhaftes Zuhause finden.

 

Für Renate Frey, Bereichsleiterin für das Arbeitsfeld Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe für Frauen beim EHW, ist besonders die Niederschwelligkeit des Projekts wichtig: „Die Frauen können selbstbestimmt entscheiden, ob und in welchem Umfang sie Unterstützung annehmen.“ Die Angebote reichen von hauswirtschaftlicher Anleitung über Beratung bei finanziellen Problemen bis hin zur Gesundheitsvorsorge. Das Sozialreferat der Landeshauptstadt München fördert das Projekt.

 

Das Evangelische Hilfswerk – eine Tochtergesellschaft der Inneren Mission München – ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die die Unterstützung von Menschen in sozialen und persönlichen Notlagen zum Ziel hat. Das Angebot ist vielfältig und reicht von Schuldnerberatung, Gemeinwesenarbeit, Straffälligenhilfe bis hin zur Wohnungslosenhilfe für Männer und Frauen.

 

Isabel Hartmann

 

Das Projekt „Lebensplätze“ feiert Richtfest


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