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 Evangelisches Hilfswerk - 09.07.2013 - Kälteschutz gut angenommen

09.07.2013 - Kälteschutz gut angenommen

Mehr als 15.000 Übernachtungen in vier Monaten – das ist das Resümee des Kälteschutzraumes in der ehemaligen Bayern-Kaserne. Am 1. Dezember vergangenen Jahres öffnete er zum ersten Mal seine Türen, um obdachlose Menschen bei eisigen Temperaturen vor dem Erfrieren zu bewahren. 

Das Konzept für das umfangreiche Kälteschutz-Programm hatte das Evangelische Hilfswerk (EHW) mit der Stadt München im Sommer 2012 erarbeitet. Es wendet sich insbesondere an Menschen aus Süd- und Osteuropa, die in München Arbeit suchen, weil die Situation in ihren Heimatländern hoffnungslos ist. Die meisten von ihnen leben auf der Straße und haben eigentlich keinen Anspruch auf Hilfe des deutschen Sozialsystems.
Am 29. November 2012 entschied der Stadtrat einstimmig, dass die Stadt München den Kälteschutz finanziert. Das Haus 9 der ehemaligen Bayern-Kaserne im Münchner Norden wurde dafür umgebaut, die Betriebsführung übernahm das EHW. An rund 100 Tagen war das Haus zwischen Dezember und März geöffnet – immer, wenn die Temperaturen nachts beständig unter die Nullgradgrenze sanken. Zwischen 17 Uhr und 9 Uhr hatten die Besucher nicht nur ein Bett in einem der Mehrbett-Zimmer, sondern auch die Möglichkeit, dort zu duschen und zu frühstücken. 
„Der Kälteschutzraum ist gut angenommen worden“, sagt Marc Bocklet, stellvertretender Leiter der Teestube „komm“, einer Einrichtung des EHW. Er schätzt, dass mehr als 400 Menschen das Angebot genutzt haben; etwa neun Prozent waren Frauen. Teilweise reichten die rund 200 Betten nicht aus; dann öffnete kurzfristig eine weitere Notschlafstelle in Berg am Laim.
Menschen aus mehr als 60 Nationen fanden im Kälteschutzraum ein kurzfristiges Obdach; der Großteil der Besucher stammte aus Osteuropa: überwiegend aus Bulgarien und Rumänien, aber auch aus Polen und Ungarn. An sie wendet sich ein weiteres Angebot des Kälteschutz-Projekts: Drei Sozialpädagoginnen beraten – auf zwei Vollzeitstellen – die obdachlosen Zuwanderinnen und Zuwanderer und klären, ob und welche Perspektiven sie in München haben. „Die Beratung wurde mit der Zeit immer besser angenommen“, sagt Bocklet. Dabei stehen die Suche nach einer Wohnung sowie arbeits- und sozialrechtliche Themen oft im Fokus –  und die Rückkehr in die Heimat.
Auch wenn der Kälteschutz seit Ende März geschlossen ist, die drei Sozialpädagoginnen sind rund ums Jahr aktiv, um Migranten – unter anderem einige Klienten aus dem Kälteschutzraum – zu beraten und ein Netzwerk mit anderen Einrichtungen aufzubauen. 
Der Kälteschutz in der Bayern-Kaserne wird im November wieder seine Türen öffnen. Bis 2015 ist das Projekt gesichert, dafür stellt die Stadt jedes Jahr etwa 600.000 Euro zur Verfügung.
 
Isabel Hartmann

 

Evangelisches Hilfswerk München: Notschlafstelle war an mehr als 100 Tagen geöffnet.


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