08.04.2012 - Moshammer Spende 2012

Schillernde Outfits, glamouröse Auftritte und der Hund Daisy – daran erinnern sich noch viele Münchner, wenn der Name Rudolph Moshammer fällt. Die Münchner Obdachlosen allerdings haben den Modemacher auch von einer anderen Seite kennengelernt: Er hat sie zu Weihnachten beschenkt, war beim Sommerfest der Teestube „komm“ oft dabei und hat schon zu Lebzeiten großzügige Spenden an Obdachloseneinrichtungen gemacht. 

Sein Engagement für obdachlose Menschen in München geht auch nach seinem Tod weiter: Wie in jedem Jahr unterstützte der von ihm gegründete Verein „Licht für Obdachlose“ auch heuer wieder zu seinem Todestag am 14. Januar Münchner Einrichtungen, die sich um wohnungslose Menschen kümmern. 
Rechtsanwalt Florian Besold, Vorsitzender des Vereins „Licht für Obdachlose“, den Moshammer schon zu Lebzeiten gegründet hatte, überreichte einen Scheck über 1.500 Euro an die Teestube „komm“, eine Einrichtung des Evangelischen Hilfswerks. Die Obdachlosenzeitung BISS erhielt 10.000 Euro für zwei Patenschaften, 3.000 Euro gingen an die Arztpraxis im Haneberghaus des Klosters St. Bonifaz, damit dort nicht versicherte Obdachlose mit Medikamenten, Zahnersatz und Brillen versorgt werden. „Wir möchten Rudolph Moshammers Idee weiterführen, die Bedürftigen in der Gesellschaft zu unterstützen“, sagt Florian Besold. „Die Gesellschaft soll sich bei allem Glanz und Gloria auch an sein Engagement für Obdachlose erinnern.“
In der Teestube „komm“ lebe Mosi in den Erzählungen und Gedanken weiter, sagt Franz Herzog, der Leiter des Treffpunkts. „Für uns ist Rudolph Moshammer jeden Tag sichtbar.“ Denn schon zu Lebzeiten hat der Modezar die Einrichtung unterstützt, nach seinem Tod hat der Verein „Licht für Obdachlose“ die Teestube regelmäßig mit Spenden bedacht, unter anderem für den gesamten Thekenbereich, eine neue Kaffeemaschine oder Trekking-Räder für die Streetworker.
Die 1.500 Euro, die die Einrichtung zu Moshammers siebtem Todestag bekommen hat, möchte Franz Herzog in neues Kochgeschirr für die Teestube „komm“ investieren. „Uns ist es wichtig, dass das Geld direkt an der Basis ankommt“, erklärt der Sozialpädagoge, „und dass möglichst viele Besucher profitieren.“ So wie in der Küche der Teestube, wo die Besucher ihr Essen kochen können. Die Zutaten bringen sie selber mit; das nötige Kochgeschirr können sie ausleihen. Das Angebot kommt an: „Die Besucherküche ist wie der Tagestreff selbst jeden Tag von 14 bis 20 Uhr offen – und meist voll besetzt.“
Franz Herzog  freut sich über die anhaltende Unterstützung des Moshammer-Vereins: Bereits im vergangenen Sommer hat die Teestube 3.000 Euro für einen neuen VW-Bus erhalten, mit dem die Streetworker die Klienten direkt „von der Platte“ abholen können. Angesichts der Kältewelle im Februar hat „Licht für Obdachlose“ spontan 1.000 Euro auf das Spendenkonto des Evangelischen Hilfswerks überwiesen, um zusätzliche und unbürokratische Hilfen zu ermöglichen. 

Isabel Hartmann
 

BU: Rudolph Moshammer mit seiner Hündin Daisy

Verein "Licht für Obdachlose" spendet 1.500 Euro für Teestube "komm"


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