07.12.2010 - Moshammer-Verein spendet 10.000 Euro für Odachlosen-Initiativen

Am 27. September wäre Rudolph Moshammer 70 Jahre alt geworden – deshalb gedachte der Verein „Licht für Obdachlose“ an diesem Tag dem vor fünf Jahren verstorbenen Modedesigner erstmals mit einem öffentlichen Gedenkgottesdienst – sowie mit einer Spendenübergabe: Florian Besold, Vorsitzender des von Rudolph Moshammer gegründeten Vereins, übergab Schecks in Höhe von jeweils 5.000 Euro an die Obdachlosenhilfe der Benediktinerabtei St. Bonifaz sowie an die Teestube „komm“, eine Einrichtung des Evangelischen Hilfswerks. 

„Er weilt nicht mehr unter uns, aber in unserem Herzen und Geist“, sagte Altabt Odilo Lechner beim Gedenkgottesdienst in der Basilika St. Bonifaz über Rudolph Moshammer. „Die Armen dürfen nicht übersehen werden“ – an diesen Leitsatz habe er sich in seinem Leben gehalten. Sein Engagement lebe nun in der Arbeit des Vereins „Licht für Obdachlose“ und verschiedener Einrichtungen für Obdachlose weiter. „Rudolph Moshammer war jemand, der wusste, was er seinen Mitmenschen schuldig ist“, erinnerte sich Rechtsanwalt Florian Besold. Sein Engagement sei immer ernsthaft gewesen: „Ich bin froh, dass wir sein Erbe fortsetzen können.“

 

Schon vor seinem Tod hat der Münchner Modemacher persönlich – und auch danach durch den Verein „Licht für Obdachlose“ – Einrichtungen für wohnungslose Menschen mit großzügigen Spenden unterstützt. Die Benediktinerabtei St. Bonifaz wird die heutige Spende von 5.000 Euro für den Unterhalt des Haneberghauses verwenden. Mit der Spende für die Teestube „komm“ soll eine neue Kaffeemaschine für den Tagesaufenthalt gekauft werden. „Wir schenken im Winter an fast hundert Menschen pro Tag Tee oder Kaffee aus“, sagt Franz Herzog, Leiter der Einrichtung, „da brauchen wir eine leistungsstarke Gastro-Maschine.“ 

 

Mit dem Vorgängermodell fing die Unterstützung Rudolph Moshammers für die Teestube „komm“ im Jahr 2001 an: Damals hat er die Spende einer Kaffeemaschinen-Firma vermittelt – und sich dann auch weiterhin für die Teestube eingesetzt: „Mosi, wie wir ihn alle nannten, hat uns regelmäßig besucht, Geschenke für die Besucher mitgebracht und sich mit ihnen unterhalten“, erinnert sich Franz Herzog. „Wir sind sehr dankbar für die langjährige und erfolgreiche Unterstützung.“

 

Anlässlich des 70. Geburtstags des Modezaren veranstaltete der Verein „Licht für Obdachlose“ außerdem ein Gedenktreffen am Grab und lud Obdachlose und Bedürftige zu einem Mittagessen ein. In einem Gedenkvortrag „Rudolph Moshammer, ein bayerisches Phänomen“ beleuchtete der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Gerd Holzheimer dessen verschiedene Rollen: die des glamourösen Modeschöpfers – „seine Bühne war der Boulevard“ – und die des Freunds und Förderers von Obdachlosen. „Wie passt das alles zusammen?“, fragte er. Und fand als Antwort: „Da muss auch was ganz Echtes dabei gewesen sein, sonst hätte das nicht funktioniert.“

 

Isabel Hartmann

 

Foto: Erol Gurian

Gedenkfeier anlässlich Rudolph Moshammers 70. Geburtstag


zurück