06.02.2012 - Neuer Bus macht Streetworker mobil

„Wir müssen die Leute häufig genau dort abholen, wo sie stehen und sie dorthin bringen, wo sie hin müssen“, berichtet Einrichtungsleiter Franz Herzog aus der täglichen Arbeit der Teestube „komm“.Die Streetworker der Obdachloseneinrichtung holen die Klienten oft ab, viele zunächst einmal zum Duschen in der Teestube, um sie dann zum Arzt oder in eine Klinik zu fahren, zu Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe oder auch um sie zu Behörden zu begleiten. 

Bisher musste dafür ein VW-Transporter reichen, doch immer öfter stießen die Sozialarbeiter, die in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen mehr als 1.500 Menschen im gesamten Stadtgebiet Münchens betreuen, an Grenzen.
Dank großzügiger Spenden des SZ-Adventskalenders, des Lions Club München-Multinational, des von Rudolph Moshammer gegründeten Vereins „Licht für Obdachlose“ und einer Privatspende konnte die Teestube Mitte August endlich den lang ersehnten zweiten VW-Bus in Ansbach abholen. Ansbach deshalb, sagt Herzog, weil ein Vertreter des Vereins „Licht für Obdachlose“ bei einem Autohaus dort für die Teestube besonders günstige Konditionen ausgehandelt hatte.
„Den Klienten fällt es oft sehr schwer, überhaupt Hilfe anzunehmen – dann noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die halbe Stadt zu fahren oder weite Strecken zu laufen, das schaffen viele nicht“, erklärt Franz Herzog. Deshalb holen die Mitarbeitenden der Teestube die Klienten sehr häufig auch „von der Platte“ ab, um ihnen die bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen. Der zweite Bus war dringend notwendig, vor allem weil sich die Zahl der Menschen, die die Einrichtung betreut, in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat.
Die Ausstattung des Busses ist optimal auf die Ansprüche der Teestube zugeschnitten: Die Sitze sind problemlos aus- und wieder einzubauen und leicht zu reinigen, ein ausfahrbares Trittbrett erleichtert es den Klienten mit Behinderung ein und auszusteigen. „Als Dank an unsere Spender haben wir ihre Logos auf dem Bus angebracht“, sagt Franz Herzog.

Julia Kreissl

Die Klientenzahl der Teestube "komm" hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt.


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